Funktionelle Ernährung

Ich esse doch so wenig…ich ernähre mich doch gesund…Ich mache Sport und esse so, wie es mir mein Personal Trainer empfohlen hat…aber ich nehme nicht ab. Warum habe ich an den Oberschenkeln und den Hüften mehr fett… warum habe ich einen relativ dickeren Bauch als der Rest meines Körpers? Auf diese Aussagen und Fragen folgt meist die Antwort: Das ist Veranlagung und können wir nicht beeinflussen. Oder es werden vom Arzt sogar harte Medikamente eingesetzt. Wenn man allerdings bei einer funktionellen Herangehensweise, wie im Functional Nutrition den Ursachen dieser Anliegen auf die Spur geht und nicht nur daran denkt wie man das Problem beheben kann, sind langfristige Erfolge möglich.

Funktionelle Ernährung

Beim Funktionellen-Ernährungs-Coaching befasst man sich mit den Ursachen für etwaige körperliche Dysbalancen oder Leistungsabfälle und nicht mit leidigem Kalorienzählen. Man bedient sich dabei einiger Tools der Funktionellen Medizin und erstellt ein sogenanntes physiologisches Profil seines Kunden oder Athleten. Durch diese Bestimmung können wir anschließend gezielt das Profil durch Ernährungsanpassung, Lifestyle und Training sowie Supplementation optimieren. Die drei Säulen Verdauungsystem, Hormonsystem und Biotransformation sind dabei entscheidend.

Verdauungssystem

Das Verdauungssystem besteht oberflächlich ausgedrückt aus dem Mund mit seinen Speicheldrüsen, dem Magen mit Pankreas und Verdauungsenzymen und Magensäure, sowie aus Dünn- und Dickdarm. Jeder Mitspieler hat seine bestimmte Funktion und wenn irgendwo ein Brandherd entsteht kann das Auswirkungen auf all unsere körperlichen Systeme haben. Denkt man daran, dass in etwa ein drittel unseres gesamten Nervensystems in unserem Darm wohnt beginnt man zu begreifen, dass das was wir essen auch unmittelbaren Einfluss auf unser gesamtes Nervensystem haben kann. So kann eine Fehlernährung nicht selten Unverträglichkeiten hervorrufen — das bekannteste Beispiel ist wohl Gluten, das in Form seiner Gliadin Morphine sogar weitaus größeren Schaden anrichten kann. So wird Gluten sogar mit Schizophrenie und Autismus in Verbindung gebracht. Eine amerikanische Studie stellte fest, dass Zöliakiepatienten ein dreifach erhöhtes Risiko haben an Schizophrenie zu erkranken.

Das Microbiom

Ein weiterer Big Player ist das Microbiom. In unserem Darm sind Milliarden von Bakterien beheimatet — gute als auch böse Bakterien. Und die Zusammensetzung dieses Microbioms hat beispielsweise Einfluss auf unser Immunsystem. Hier findet eine ständige Kommunikation statt. Wenn die bösen Jungs allerdings überhand nehmen, wird das Immunsystem aktiviert und dann brennt die Hütte. Es können Löcher in der Darmschleimwand entstehen und somit ist das Tor offen für alles mögliche Unangenehme, das eigentlich ausserhalb unseres Systems gehalten werden sollte. Aber auch körpereigenes Gewebe kann dadurch angegriffen werden und somit entstehen Autoimmunerkrankungen. 

Eine weitere wichtige Aufgabe des Microbioms ist die Bestimmung des sog. Adipositas Ratio. Dieser gibt die Wahrscheinlichkeit an an Adipositas zu erleiden. Hierbei spielen vor allem die Bakterienstämme der Firmicutes und der Bacteroidetes die entscheidende Rolle. Bei Afrikanern wurde beispielsweise eine höhere Anzahl an Bacteroidetes entdeckt, was erklärt, warum Afrikaner bei einer sehr kohlenhydratreichen Ernährung dünn bleiben können (was nicht ausschließlich an der Armut einigen Teilen Afrikas liegt).

Viele weitere spannende Verbindungen gibt es in unserem Verdauungssystem, aber das noch weitaus interessantere ist doch wohl, dass wir all diese Anliegen mit Ernährung, Lifestyle, Training und Supplementation in den Griff bekommen können. 

Das Hormonsystem

Unser Hormonsystem ist maßgeblich an unserer Körperkomposition beteiligt. Warum Frauen also primär ihr Fett an den Hüften haben und das Fett nach der Menopause das Fett in die Bauchregion wandert oder warum Stress zu Bauchfett führen kann, liegt am Hormonsystem. Und dabei ist Stress wohl das Übel Nummer 1 in unserer Gesellschaft. Die Antwort unseres Hormonsystems auf Stress ist nämlich Cortisol und wenn unser Cortisolrhythmus aus der Bahn gerät, beginnt das Hormonsystem zu tanzen und kann großen Schaden, wie z.B. Insulinresistenz, erhöhten Blutzucker, Diabetes und koronare Herzerkrankungen auslösen. 

Zudem kommt der Einfluss auf die Sexualhormone. Bei Frauen können die Sexualhormone zwar zu dickeren Hüften führen, aber das ist nur das kleinste Übel. Vielmehr kann hier eine hormonelle Dysbalance zu Depression, Müdigkeit, PMS oder sogar zu Brust und Ovarienkrebs führen oder auch Endometriose auslösen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Die Anpassung des Lifestyles, wie z.B. regelmäßiges Meditieren oder Yoga ist der erste Weg um beispielsweise die Nebennieren zu entasten und Stress entgegenzuwirken. Durch die Wegnahme von bestimmten Lebensmittel und der Zugabe von Nährstoffen und/oder eines Adaptogens (Pfanzen/Kräuter), wie Ashwaganda, Ginseng oder Cordiceps kann man die Nebenniere wieder auf die richtige Bahn befördern.

Biotransformation

Wenn man mal unsere Umwelt genauer betrachtet sollte auffallen, dass eigentlich alles vergiftet ist. Unser Leitungswasser (obwohl uns unser Umweltbundesamt mitteilt, wir hätten eine sehr gute Wasserqualität), die Luft, die wir atmen, die Nahrung die wir aufnehmen oder sogar unsere Möbel und Kosmetikartikel — überall nehmen wir Gifte auf und diese nisten sich vor allem in den Fettzellen ab. Diese Toxine haben natürlich auch Einfluss auf unser Nervensystem, wodurch es zu weitreichenden Problemen wie Angstzustände, Depressionen, Schwindel, Migräne, um nur die „harmlosen“ zu nennen, kommen kann. Nützt es hier einen der so vielen angebotenen Detoxprogramme zu machen? Definitiv nicht! Vielmehr müssen die Gifte durch die sog. Biotransformation gezielt wasserlöslich, gebunden und ausgeschieden werden. Und das funktioniert nicht mit einem Detoxprogramm, das nur Tee oder Wasser empfiehlt, vielmehr können solche Programme sogar Vergiftungserscheinungen auslösen und sogar karzinogen wirken. 

Think Functional!

So wie wir unser Training funktionell ausrichten, sollten wir auch in allen Bereichen des Lebens denken, so auch bei unserer Ernährung und der unserer Kunden. Die drei Säulen von Functional Nutrition helfen dabei Ursachenbehebung zu betreiben und nicht nur ein Pflaster auf die Wunde zu kleben. Jeder Mensch ist individuell und hat sein eigenes physiologisches Profil. Es gilt dieses erst zu bestimmen und dann durch Ernährung, Lifestyle, Training und Supplementation zu optimieren

LIVE BETTER — Every Day!

Sebastian 

Infos zur Ausbildung zum Functional Nutrition Specialist findest du hier.

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