Abnehmen mit einem gesunden Darm

Eigentlich sind es alte Geschichten, die immer wieder auftauchen. Die Aussagen „Warum nehme ich nicht ab, ich esse doch richtig, oder nichts Falsches, oder so wenig, oder sogar nahezu perfekt (was auch immer das ist..)“ kennt jeder. Ernährung ist allerdings nicht alleine für unser Gewicht und unsere Körperzusammensetzung verantwortlich. Und einen großen Einfluss darauf ob wir abnehmen oder nicht hat unser Darm.

Warum nehme ich nicht ab?

Das Verdauungssystem kommuniziert und interagiert täglich mit jedem anderen System unseres Körpers und beeinflusst somit maßgeblich unser Hormonsystem, welches wiederum dafür verantwortlich ist, ob und wo wir Fett ansetzen.

Der Darm und das Nervensystem

Wir wissen, dass unser Darm sein eigenes Nervensystem besitzt – das Enterische Nervensystem – welches vollkommen autonom arbeiten kann, aber den Einflüssen von Sympathikus und Parasympathikus unterliegt, um eine Harmonie mit dem Gesamtsystem zu bilden. Während der Sympathikus verantwortlich für die Ausschüttung von Stresshormonen ist – beispielsweise Stress in der Arbeit, im Stau, in der Beziehung, wegen Diäten oder chronisch zu niedriger Kohlenhydratzufuhr – ist der Parasympathikus verantwortlich für den „Chillmodus“, wie Verdauung und Entspannung. Ohne einen ebenso aktiven Parasympathikus wie Sympathikus kann es zu Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder anderen Verdauungsproblemen kommen, was wiederum zu Entzündungen führen kann bzw. dazu, dass Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden können.

Hormonelle Dysbalance – Metabolisches Domino

Chronischer Stress kann also einen riesigen Rattenschwanz mit sich bringen. Den sog. metabolischen Dominoeffekt. Bei einer sympathischen Dominanz wird unser Gehirn irritiert, was auf lange Sicht dazu führt, dass es die Schilddrüse, Nebenniere und die Fortpflanzungsorgane triggert, den Ofen so richtig anzuwerfen und Hormone auszuschütten. Hormone, wie beispielsweise Adrenalin (Stresshormon) werden dann vermehrt produziert. Kurzzeitig ist unser System zwar in der Lage diesen Stress zu kompensieren, die Rezeptoren für diese Hormone werden allerdings weniger sensibel und unser Gehirn, Nebenniere Schilddrüse und Hormonorgane kollabieren irgendwann aufgrund chronischer Überlastung, da immer mehr Hormone nötig sind, um die immer weniger sensiblen Rezeptoren zu füttern. Verschiedene Symptome können dadurch entstehen: Schilddrüsenunterfunktion, Veränderungen der Haut und Haare, Müdigkeit, das Gefühl ständig unter Strom zu stehen, Verstopfung, Muskel und Gelenkschmerzen, Akne, ausbleibende Periode uvm.

Zur gleichen Zeit erschlaffen parasympathische Aktivitäten im Magen-Dram-Trakt als Reaktion auf chronischen Stress. Säureproduktion nimmt ab, Verdauungsenzyme und Säfte werden weniger und die Zellen der Dünndarmwand werden entkoppelt, wodurch Entzündungen, oxidativer Stress und Malabsorption entstehen. Malabsorption führt dann zu Mangelernährung, was es für unseren Körper schwierig macht, alles Wichtige, wie Hormone, Neurotransmitter und Immunmolekühle und Antioxydantien zu produzieren, die wir für ein funktionierendes System benötigen. Und nun Gewicht zu verlieren ist fast unmöglich.

Interventionen

„Einfach“ mal abzunehmen ist leider nicht so einfach, wie viele denken. Nur weniger zu essen und mehr Sport zu machen reicht oft nicht aus, da auch mehrere Mitspieler, wie das Gehirn, der Darm und das Hormonsystem an diesem Vorhaben teilhaben, und somit regulieren, ob du Gewicht zu oder abnimmst. Deshalb gilt es einen ganzheitlichen Ansatz aus Ernährung, Lifestyle und Nahrungsergänzung zu verfolgen.

Darm und Leber Detox

Mit einem Darm Repair und Leber Detox setzt du deine Systeme auf Null, schließt Löcher in der Darmwand  und beseitigst sämtliche Bakterien, Pilze und Toxine. Bei konsequenter Durchführung verlierst du alleine dabei 3-6% Körperfett in ca. 10 Tagen. Es empfiehlt sich zweimal jährlich einen Darm und Leber Detox durchzuführen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Ernährung

Je nach Individuum muss entweder weniger oder auch mehr zugeführt werden. Ohne weiter auf dieses Thema „Was darf ich essen?“ einzugehen, empfiehlt es sich einen Großteil der Energie über Proteine und Fette zu holen. 5-7 Malzeiten täglich sind optimal. Starte mit einen protein- und fettreichem Frühstück und warte mit deinen Kohlenhydraten bis mind. Nachmittag, um deine Blutzuckerzuckerwerte nicht zu weit ausschlagen zu lassen.

Lifestyle

Ziel ist es Stress so weit wie möglich herunterzufahren, das bedeutet, kein zu hartes Training, kein Cardio Training (Joggen, Laufen – siehe dazu hier) – mache Yoga, Meditation (siehe hier) und schlafe mind. 7 Stunden in einem abgedunkeltem Schlafzimmer ohne Handy o.ä.

Nahrungsergänzung

Bei der Aufnahme von Nahrungsergänzungsmittel sollte es Ziel sein, das Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Hormonsystem wieder in Einklang zu bringen. Aminosäuren und Kräuter, die Einfluss auf GABA (Neurotransmitter, der das paarsympathische Nervensystem unterstützt) haben sind hilfreich: Phenibut, Taurin, Theanin, Baldrianwurzel, Passionsblume oder auch VitB6, Magnesium und Zink. Auch Kräuter, wie Rhodiola und Ashwaganda, die auf Nebenniere und das Gehirn wirken – sog. Adaptogene – sind empfehlenswert. Und vergiss deine MCT mittelkettigen Fettsäuren nicht.

Hör auf deinen Magen/Darm

Unser Magengefühl ist ausschlaggebend in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass dort ein ein eigens Nervensystem wohnt, der Magen-Darm-Trakt beeinflusst alle weiteren Systeme unseres Körpers und zählt somit zu einem der Big Player in sämtlichen Belangen. Wenn du auf der Suche bist, weshalb du nicht abnimmst, warum du schlechte Haut und ein schwaches Immunsystem hast, häufig müde oder leicht reizbar bist, bist du wahrscheinlich bei deinem Darm an einer guten Adresse angekommen, dort mal reinzufühlen und ihm etwas Gutes zu tun. Wichtig ist es Zusammenhänge zu erkennen und seinen Körper verstehen zu lernen, wie er arbeitet. Am besten klappt das mit Selbstexperimenten mit verschiedenen Lebensmitteln, die du entweder verträgst oder nicht verträgst und dann von deiner Speisekarte eliminierst bzw. herunterfährst.

LIVE BETTER – Every Day!

Sebastian

Infos zur Ausbildung zum Functional Nutrition Specialist findest du hier.

Quellen:

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